Warum wurde Cannabis eigentlich verboten? Die Geschichte einer zutiefst missverstandenen Pflanze


Die meisten, die sich mich Cannabis beschäftigen und sich für die potente Pflanze interessieren wissen, dass das grüne Gewächs nicht nur High macht, sondern bereits seit Jahrtausenden auch für medizinische Zwecke verwendet wird. Da stellt sich allerdings zurecht die Frage, was so schlimm sein kann, dass sämtliche Regierungen sich dazu entschließen eine Pflanze zu verbieten. Ist es wirklich die Angst davor, dass die Menschen sich zu Grunde richten, oder steckt da vielleicht doch ein bisschen mehr dahinter? 


Quelle: https://youtu.be/c4Uehajh4bs


Die Alkohol Prohibition in den USA als Drahtzieher


Unter dem Druck der Abstinenzbewegung, welche hauptsächlich von der englisch-anglikanisch orientierten Oberschicht ausging, verhängte der Senat der USA am 16.01.1920 ein nationales Verbot von Alkohol in den Vereinigten Staaten. Die Prohibition untersagte es, Alkohol herzustellen, zu konsumieren, transportieren und zu verkaufen. Cannabis jedoch war zu diesem Zeitpunkt in bestimmten Staaten legal. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem mexikanische Einwanderer, welche von großen Unternehmern als „billige“ Landarbeiter angeheuert wurden. Diese hatten nämlich die Angewohnheit Cannabis zu konsumieren. 1913 wurde in Kalifornien dann der „Poison Act“ verabschiedet, welcher als erstes Gesetz galt, dass „Marihuana-Präparate bzw. das sogenannte magische Kraut" verbot. Andere Staaten wie, Wyoming (1915), Texas (1919), Iowa (1923) oder auch Nevada (1923) schlossen sich an. 


In den 20er Jahren während der Prohibition gingen Partys und Cannabis dann Hand in Hand, denn wenn es kein Alkohol gibt, braucht man eben ein anderes Mittel, um sich zu berauschen. Und vor allem die ärmere Gesellschaftsschicht konnte es sich nicht leisten, Alkohol auf dem Schwarzmarkt zu erwerben. Cannabis wurde also zur willkommenen Alternative, um dem Alltagstrott entgegen der Alkoholprohibition zu entkommen. Um 1883 öffneten sogar zahlreiche „Rauchsalons“ in den USA ihre Pforten, welche mit Haschpfeifen warben und diese auch öffentlich verkauften. Etwa 100 Jahre später, um 1990 herum, sah das Ganze dann allerdings schon ein wenig anders aus. Cannabis wurde nicht nur als Rauschmittel, sondern ebenfalls als Rohstoff aus unserem Leben verbannt. Aber warum, was genau ist passiert? 


Der Kreuzzug gegen Cannabis – angeleitet von Harry Anslinger


Cannabis Verbot

1929 kam ein Mann ins Spiel, welcher in der Geschichte des Cannabiskrieges eine entscheidende Rolle spielt. Harry Anslinger. Er übernahm 1929 das Ministerium für Prohibition in Washington. Seine Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass die Prohibition von den Bürgern respektiert und eingehalten wurde. Dafür hatte er rund 8000 Arbeitskräfte unter sich, welche für die Überwachung der Prohibition zuständig waren. 1933 jedoch dann der, für Harry Anslinger schlag ins Gesicht, nachdem Präsident Franklin Roosevelt die 1920 eingeführte Alkohol-Prohibition aufgehoben hatte. Auf einmal liefen 8000 Arbeitskräfte plus Harry Anslinger Gefahr, arbeitslos zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Anslinger laut eigener Angaben nie ein Problem mit Cannabis gehabt. Es würde den Menschen nicht schaden, erklärte er. Außerdem würde es keinen sinnloseren Trugschluss geben als den, dass Cannabis aggressiv mache. So war seine Meinung zumindest, bevor er vor dem Problem stand, für ein riesiges Ministerium verantwortlich zu sein, welches durch die Aufhebung der Prohibition jetzt nichts mehr zu tun hatte.


Das Ministerium für Prohibition in Washington brauchte also eine neue Aufgabe, und urplötzlich änderte Anslinger seine Meinung über Cannabis. Das Teufelskraut würde „deliriumartige“ Wutanfälle auslösen, im Anschluss werden Konsumenten von „Träumen erotischer Art“ befallen, welche zu sexuellen Übergriffen führen. Darüber hinaus verlieren Personen, die Cannabis rauchen, die Fähigkeit ihre Gedanken zu ordnen bzw. diese miteinander zu verknüpfen. Und das Endstadium des unvorstellbaren Rausches sei dann der pure „Wahnsinn“, die Leute drehen laut Anslinger schlicht durch. Anslinger hat dermaßen übertrieben, dass das Ausmaß seiner Propaganda kaum Grenzen kannte. Er behauptete sogar, Cannabis würde die Menschen zu wilden Biestern machen. Und als wäre das nicht schon überzogen genug, erwähnte er auch noch, dass Frankensteins Monster vor Angst auf der Stelle tot umfallen würde, wenn es der Cannabispflanze im Treppenhaus über den Weg laufen würde. 


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Harry Anslinger ging sogar so weit, dass er sich für seine Cannabis-Propaganda eine Familientragödie so zurechtlegte, dass er diese gegen die potente Pflanze und deren Konsumenten verwenden konnte. Es war der Fall des Victor Licata, welcher mit einer Axt seine gesamte Familie in Stücke gehackt hatte. In Anslingers Stellungnahme dazu erklärte er dem amerikanischen Volk, dass dies die Auswirkungen seien, wenn man Cannabis konsumierte. So wurde der Fall berühmt und die Amerikaner, vor allem amerikanische Eltern bekam Angst. Belegt hatte Anslinger das gefährliche Potenzial der Pflanze durch die Befragung von insgesamt 30 führenden Wissenschaftlern. Er frage die Forscher explizit, ob Cannabis gefährlich sei und ob man es nicht lieber verbieten sollte. Ihm wurde recht gegeben…allerdings nur von einem der insgesamt 30 Wissenschaftlern. Und genau diesen stellte Anslinger natürlich der Gesellschaft vor. Die Panikmache trug alsbald Früchte und Cannabis wurde schlussendlich verboten.


Zum Fall des Victor Licata übrigens wurde Jahre nach der Gewalttat eine Untersuchung seiner Akten veranlasst, welche einen Einblick gewährten, was wirklich mit dem Jungen los war. So gab es keinerlei Belege dafür, dass Licata jemals Cannabis konsumiert hatte. In seiner Familie jedoch gab es vermehrt Fälle von Geisteskrankheit. Dies war den Ärzten auch durchaus bewusst, denn diese hatten bereits ein Jahr vor dem Mord empfohlen, Victor einweisen zu lassen. Der Konsum von Cannabis wurde von Victor Licatas Psychiater nicht mit einem Wort erwähnt…


Der Einfluss der USA war immens


Die USA hatte mit ihrem Verbot aber bei weitem nicht nur Einfluss auf das eigene Land. Die Drogen-Prohibition begann weltweit Wurzeln zu schlagen und die Prohibitionspolitik der Weltmacht verbreitete sich international wie ein Lauffeuer. Die USA drohte Mexiko sogar, den Medikamenten Export einzustellen, sollten sie Cannabis in ihrem Land nicht verbieten. In Mexiko gab es damals mehrere Ärzte, die davon überzeugt waren, dass Cannabis nicht gefährlich sei. Als der Medikamentenexport dann aber wirklich eingestellt wurde und zahlreiche Mexikaner einen qualvollen tot sterben mussten, hat sich die Regierung doch dazu entschlossen, den USA zu folgen und auch in ihrem Land Cannabis zu verbieten.

 

Grundsätzlich kann man also durchaus davon ausgehen, dass die Cannabisprohibition einer riesigen Verschwörung unterliegt und mit keinen nennenswerten Fakten gerechtfertigt werden kann.